..
......
POL
ENG
DE
 
..

SUBJECT IMPLEMENTED UNDER THE PROJECT OF NATIONAL SCIENCE CENTRE, POLAND NO. 2014/15/B/HS3/02279

Eisenzeitliche Siedlungskeramik in mitteleuropäische Barbaricum - neue Forschungsperspektiven

Internationaler Workshop

Poznañ, 2-5 Dezember, 2015
..................................................................................................................................................

Veranstalter: 

Instytut Prahistorii Uniwersytetu im. Adama Mickiewicza w Poznaniu
Zak³ad Chemii Analitycznej Uniwersytetu im. Adama Mickiewicza w Poznaniu
Centrum Archeologiczne Fundacji Uniwersytetu im. Adama Mickiewicza w Poznaniu
Institut für Prähistorische Archäologie Freie Universität Berlin
EXC TOPOI Berlin


..
Die Zeit vergeht schnell und so ist es schon zwei Jahre her, das die Workshops Eisenzeitliche Siedlungskeramik der Przeworsk-Kultur in Berlin stattfand. Das Thema, welches das Aussehen der Keramik der Vorrömischen Eisenzeit im Przeworsk-Stil betraf, zeigte ein kompliziertes Bild der Töpfertradition in jener Zeit. Forschungen, die mehrheitlich im Gefolge größerer Investitionen sowohl in Deutschland, als auch in Polen stattfanden, mündeten in einer starken Zunahme der Quellenbasis. Es wurden sehr verschiedene Keramikensembles geborgen, die nicht so recht zu den Vorstellungen passen wollen, die hinsichtlich der Keramikproduktion jener Zeit entwickelt wurden. Großen Einfluss auf diesen Umstand hat sicherlich der Fakt, dass die neu gewonnenen Materialien größtenteils von Siedlungen stammen und sich daher in ihrer Entwicklungsdynamik zweifellos von der Grabkeramik unterscheiden. Die Berliner Werkstatt hat auch gezeigt, dass die unabhängig voneinander in Polen, Deutschland, Dänemark oder Tschechien bestehenden Kriterien zur Definition der Keramik nicht kompatibel sind. Das führte zu der Beobachtung, dass die Keramikströmungen, die in der Vorrömischen Eisenzeit im mitteleuropäischen Barbaricum erscheinen, gegenwärtig im klassischen Sinne nicht definiert werden können und in entwickelen Schemata nicht passen. Ein wesentliches Ergebnis des Berliner Treffens ist die Feststellung, dass sich im Mitteleuropa der jüngeren Vorrömischen Eisenzeit eine bestimmte stilistische Tendenz zeigte, die alle hiesigen Kulturgebiete betraf. Sie war in diesen Gebieten ähnlich, zeigte aber regionale Abweichungen. Diese könnten auf die große Mobiltät der Gemeinschaften zurückzuführen sein, die mitunter mehrere Hundert Kilometer überwanden, in Interaktion mit den Vertretern anderer Kulturkreise traten und ihre eigenen stilistischen Vorstellungen mitbrachten. Sind vielleicht das recht massive Auftreten der mit dem Etikett Przeworsk versehenen Keramik westlich ihres geschlossenen Verbreitungsgebietes und die lawinenhafte Zunahme von Jastorf-Materialien östlich des von dieser Kulrur eingenommenen Gebietes Ergebnis solcher Bewegungen? Wie stark war dabei der Einfluss aus dem keltschen Raum? Diese Fragen sind heute sehr aktuell und Ausgangspunkte für weitere Untersuchungen zur genannten Problematik. Wir hoffen, dass sie auch bei dem geplanten Treffen im Zentrum des Interesses stehen.

Bei dem zweiten Werkstatttreffen möchten wir uns weiteren Materialgruppen des 3. bis 1. Jhs. v.Chr. widmen um zu sehen, wie sich sich die genannte keramische Stiltendenz in Mitteleuropa entwickelte. Im Mittelpunkt soll dabei hauptsächlich jenes Material stehen, dass in Polen in der letzten Zeit als Keramik der Jastorf-Kultur bezeichnet wird. Technologische und stilistische Vergleiche dieser Keramik mit jener aus dem eigentlichen Jastorf-Bereich soll Unterschiede und Ähnlichkeiten aufzeigen. Diese Beobachtungen sollen helfen zu bestimmen, ob wir es im Falle der Keramikensembles aus Polen, Tschechien oder Rumänien tatsächlich mit Spuren der Aktivität von Gruppen aus dem westlichen Mitteleuropa zu tun haben. Trifft dieses zu, stammen sie dann aus einer Region oder aus mehreren innerhalb des Gebietes der Jastorf-Zivilisation? Sind die Einflüsse direkter oder indirekter Natur? Vielleicht gelingt es uns auch darauf zu antworten, ob diese Materialien sich mit jenen überlagern oder ausschließen, die als Przeworsk-Keramik definiert werden. Wir möchten auch neue Methoden der Bearbeitung von Keramik betrachten, etwa archäometrische Untersuchungen, die traditionelle archäologische Herangehensweise mit modernen chemischen Analysemethoden verbindet. Letzere halten jenen „Fingerabdruck“ fest, der bei der Bestimmung von charakteristischen kulturell-chronologischen Merkmalen hilft. Es gilt zu sehen, ob sie hilfreich sind, um eine Hetero- oder Homogenität der geborgenen Keramikkomplexe festzustellen. Mögen die neuen Forschungsperspektiven Leitmotiv unseres Treffens sein und die Diskussion befruchten, die uns hoffentlich nicht nur zu einem besseren Verständnis der Keramikherstellung führt, sondern auch des tatsächlichen kulturellen Bildes Mitteleuropas der letzten zwei vorchristlichen Jahrhunderte. 

Wir möchten anregen, auch Fundmaterial nach Poznan zu bringen, um unser Treffen zu einer echten Keramikwerkstatt werden zu lassen.
 
 

..
ANMELDUNG
..
PROGRAMM
,,
GALERIE

of Prehistory ..
 

OPIEKA NAD STRON¡: ANDRZEJ LESZCZEWICZ